Schönheitsoperationen werden heute mehr oder weniger am Fließband „erledigt“. Die Schönheitschirurgie ist für manche Länder zu einer Art Industrie geworden, die eine Dienstleistung sogar an ausländische (insbesondere) Kundinnen verkauft. Die moralischen Bedenken gegenüber der Plastischen Chirurgie sind im Vergleich zu früheren Jahren nahezu nicht mehr vorhanden bzw. stark gesunken. Während in früheren Jahren eine Brustvergrößerung oder eine Fettabsaugung von Frauen bei einem plastischen Chirurgen in Auftrag gegeben wurden, um einen vermeintlichen Makel zu beseitigen, weil dieser z.B. eine psychische Beeinträchtigung zur Folge hatte. Heute gehen die Kundinnen (inzwischen aber auch die männliche Kundschaft) zu einem Schönheitschirurgen – um ganz rationalen Überlegungen folgend – ganz einfach die eigenen Einkommenschancen zu verbessern.
Hier sind z.B. Modells gemeint, die sich durch die vergrößerte Oberweite mehr Aufträge versprechen oder überhaupt Aufträge aus bestimmten Richtungen. Es kann sein, dass Modells für Unterwäsche-Fotos gar nicht gebucht werden, wenn dem Kunden nicht eine gewisse Cup-Größe geboten wird. Auch beim Table-Dance oder in Oben-Ohne-Bars werden sicher in Bezug auf die Brust bestimmte „Qualitäten“ von den Auftraggebern der Tänzerinnen erwartet.
Im „Marktsegment“ der Celebreties kann eine Brust-OP eine zusätzliche mediale Aufmerksamkeit erzeugen, die ggf. in Werbeverträge umgemünzt werden kann. Streitet die Kundin die OP dann noch ab oder hüllt sich zumindest in Schweigen, wird die Aufmerksamkeit durch die Boulevardpresse ggf. noch üppiger ausfallen, so dass man auch über einen längeren Zeitraum in der Presse präsent ist. Durch das Nachschieben weiterer OPs wie Nasenkorrekturen oder Lidstraffungen kann man das mediale Feuer dann weiter am Köcheln halten.
Eine Schönheitsoperation kann also aus ganz rationalen und beruflichen Gründern erfolgen, genau wie eine Knieoperation bei einem Fußballspieler.