„Mit Schirm, Scharm und Melone“. Wenn ich diesen Ausdruck höre, habe ich sogleich ein Bild vor meinem innerlichen Auge und zwar: zurückversetzt ins 18. / 19. Jahrhundert – als elegant gekleidete Männer mit Ihren Frauen zum Sonntagsspaziergang durch den Park flanierten. Die Sonnen- oder Regenschirme graziös über den Unterarm gehängt oder locker als Spazierstock in der Hand hin und her geschwenkt. Vor allem aber bei den Damen haben sich die Regenschirme im 18. Jahrhundert wachsender Beliebtheit erfreut. Kleine Fächer für Parfüm, Puder oder Zigaretten wurden in die Griffe der Regenschirme eingearbeitet, so das die wichtigsten Sachen auch immer gleich parat waren.
In den Anfangsstadien waren die Regenschirme relativ schwer und wogen zirka fünf Kilogramm, somit war es sehr unpraktisch, einen Schirm ständig mitführen zu müssen. Das Gewicht des Regenschirmes kam daher zustande, dass anfänglich das Gestell aus Holz oder Fischbein hergestellt wurde und das Dach aus entweder aus Baumwolle, Seide oder sogar Leinwand bestanden hat. Erst nach der Einführung von Gestellen aus Metall wurde das Gewicht des Regenschirmes auf weniger als ein Kilo verringert. In China wurde damals ganz anderes Material für die Regenschirme verwendet, nämlich Bambus und Ölpapier.
Heutzutage bestehen Schirme aus einem ausziehbaren Stahlgestänge und imprägnierter Baumwolle, Nylon und Kunststoff hergestellt. Der sogenannte Knirps, also der zusammenlegbare Regenschirm, welcher bei Nichtverwendung gut in der Handtasche verstaut werden kann, wurde erst viel später im Jahre 1928 erfunden. Dies muss sich ungefähr so zugetragen haben: Ein Damenschirm hat mangels Regen, gelangweilt in dem Schrank gelegen. Ein Herrenschirm, aus gleichem Grunde, lag dicht daneben, Stund um Stunde. Da kam den beiden ein Gedanke: nun liegt ein Knirps noch mit im Schranke…