In den letzten Jahren haben immer mehr Versicherungsgesellschaften Zusatzversicherungen in ihr Programm aufgenommen. Längst sind nicht mehr alle benötigten medizinischen Leistungen von den gesetzlichen Krankenversicherungen abgedeckt, auch wenn diese immer wieder hartnäckig behaupten, dass unbedingt benötigte ärztliche Leistungen enthalten sind. Doch weil sich genau aus diesem Grund die Meinungen der gesetzlichen Krankenkassen von denen der Ärzte oft grob unterscheiden, wird der Krankenzusatz angeboten.
Viele Vorsorgeuntersuchungen werden zum Beispiel von den gesetzlichen Krankenkassen zwar empfohlen, ihre Durchführung aber nicht oder nur zum Teil bezahlt. Hier wird viel von der Eigenverantwortung der Patienten gesprochen. Aber nicht jeder kann diese Untersuchungen aus eigener Tasche bezahlen. Ein sehr hoher Kostenfaktor entfällt zum Beispiel auch auf den Zahnersatz. Ohne Zusatzversicherungen können bei einem notwendigen Zahnersatz auf den Patienten Kosten in Höhe von 1.000 Euro und mehr zu kommen. Zwar bieten die gesetzlichen Krankenkassen in diesen Fällen so genannte Bonusleistungen an, wenn nachgewiesen werden kann, dass man als Patient die erforderlichen Zahnarztbesuche regelmäßig genutzt hat, aber auch die Bonusleistungen decken nicht die vollen Kosten.
Ein weiterer Grund für den Abschluss von Zusatzversicherungen sind Leistungen, die generell von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden. Für Brillen gibt es keine Zuschüsse und viele Behandlungen, die nicht der so genannten Schulmedizin entsprechen, sind ebenfalls nicht gedeckt. Zwar werden in einigen Fällen beispielsweise Akupunktur-Behandlungen entweder bezuschusst oder auch ganz beglichen, aber in der Regel erfordert das eine vorherige Auseinandersetzung darüber, ob das gleiche Behandlungsergebnis nicht doch auch auf dem Wege der Schulmedizin erreicht werden kann. Mit Zusatzversicherungen kann sich der Patient also nicht nur Kosten, sondern auch Verhandlungen über den Sinn und die Erfolgsaussichten einer geplanten Behandlung ersparen.