Wohl jeder hat schon einmal in der Vergangenheit von Börsenspielen und den damit im Zusammenhang stehenden bisweilen hoch gelobten Musterdepots gehört oder gelesen. Auch in diversen Finanzblättern sind immer wieder neue Musterdepots in jeder nur denkbaren Form zu bewundern. Diese werden bestmöglich “verwaltet” und gaukeln eine beinahe unglaubliche Performance vor. Für den unerfahrenen Laien besteht dann schnell die Gefahr einer Nachahmung, indem selbst zahlreiche Wertpapiere nach Art des Musterdepots mit realem Kapital erstanden werden.

Spätestens dann, wenn die ersten Engagements sich jedoch in ein mehr oder weniger großes Minus verwandeln wird klar, dass zwischen der Spekulation auf dem Papier und dem Riskieren reales Kapitals ein gravierender Unterschied besteht. Hinzu kommt, dass vielfach auch das Massenverhalten ausgenutzt wird, um die angepriesenen Wertpapiere in einem bestimmten Licht zu präsentieren und so gezielt zu einem Kauf oder Verkauf anzuregen. Für den ernsthaft interessierten Anleger stellt ein Musterdepot nicht mehr dar, als eine Momentaufnahme eines fiktiven Wertpapierbestandes. Jeder, der sich mit Wertpapieren befasst weiß, dass Anlagestrategien in vielen Einzelwerten äußerst schwierig zu timen sind, da eine Unmenge an Faktoren berücksichtigt werden müssen. Weil in einem Depot auch immer wieder Umschichtungen vorgenommen werden müssen, geht sehr schnell der Überblick verloren; Verluste sind dann die wahrscheinlichste Folge.

Stattdessen sollten einige wenige Werte favorisiert und auch gehandelt werden. Somit ist es möglich, dass jeder Anleger seine eigenen und ganz spezifischen Wertpapiere und Anlagestrategien findet und auf dieser Grundlage gute Spekulationsgewinne erwirtschaften kann sowie das Risiko überschaubar bleibt.

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