Die Qualität einer Drehmaschine ist letztendlich abhängig von einer Vielzahl von Einzelteilen, welche im Zusammenspiel später ein Bearbeiten von Werkstücken innerhalb kleinster Toleranzen zulassen. Eines der wichtigsten Einzelteile aller Drehmaschinen ist jedoch das Maschinenbett.
Das Bett einer Drehmaschine ist unter diversen Gesichtspunkten zu beurteilen. Zum einen wird eine ausreichende Festigkeit benötigt damit auch bei hoher Last eine statische und dynamische Starrheit erhalten bleibt. Ein freier Zugang für den Mitarbeiter für kleinere Eingriffe innerhalb des Zerspanungsprozesses sowie dessen Überwachung und natürlich auch eine leichte Spanabfuhr für das abgetragene Material.
Die größte Beanspruchung des Maschinenbetts einer Drehmaschine entsteht direkt bei der Bearbeitung von Werkstücken, durch die auftretenden Kräfte beim Schneiden die zum biegen oder verdrehen des Bettes führen können. In vielen Fällen wird das Maschinenbett schon im Vorfeld genau berechnet, genaue Aussagen über die spätere Belastbarkeit lassen sich jedoch nur Näherungsweise ermitteln, da die Verrippung und vor allem die Spandurchlässe ein genaue Ermittlung der Werte unmöglich machen.
Daher wird neben der Arbeit am Computer auch in vielen Fällen noch ein Modell im Maßstab 1:3 gefertigt um unter Last die zuvor berechneten Werte zu überprüfen. Das Maschinenbett einer Drehmaschine besteht aus 2 parallel angeordneten Trägern, die durch Rippen (Schweißkonstruktion aus dünnen Blechen, oder Schalenbauweise) miteinander verbunden sind. Für kleine beziehungsweise leichte Drehmaschinen wird das Bett dann auf zwei Füßen montiert und kann für eine Beruhigung noch durch Dämmplatten gestützt werden, was vor allen Dingen vibrationsmindernd wirkt.
Schwere Drehmaschinen verzichten auf ein solch externes Untergestell – hier wird das Bett deutlich massiver gefertigt und reicht teilweise direkt bis zum Fundament der Drehmaschine. Für ein langes Maschinenbett wird seit etwa 1920 die Diagonalverrippung benutzt, da mit diesem Verfahren eine höhere Steifigkeit gegen Verwindung erzielt werden kann.
Nur wenn das Maschinenbett der Drehmaschinen unanfällig gegenüber äußeren Einwirkungen ist, können Drehteile in einer hohen Präzision gefertigt werden. Der starke Preiskampf am Markt führt jedoch dazu, dass versucht wird immer günstiger zu produzieren, was natürlich auch deutliche Auswirkungen hinsichtlich der Fertigungsgenauigkeit mit sich bringt.