Mondkalender wurden geschichtlich vor den Kalendern, die sich mit der Sonne befassen, benutzt und bestimmen in vielen Kulturen auch heute noch die Lage der älteren, zumeist religiösen Festtage. So werden zB. die buddhistischen und christlichen Feiern nach dem Mondkalender berechnet und differieren daher im Datum, welches nach dem Sonnenkalender bzw. Gregorianischen Kalender erstellt wird.

Im Sonnenkalender bestimmt das kosmologische Sonnenjahr die Länge eines Kalenderjahres. Winter, Frühling, Sommer und Herbst befinden sich immer in den selben Monaten und sind im Kalender fixiert. Die wichtigsten Messpunkte sind die Tagundnachtgleichen und die Sonnenwenden. Die Anordnung des Sonnenkalenders richtet sich an der Länge des ganzen Jahres.

Der thailändische Kalender bezieht sich auf einen Monat, welcher durch die Mondphasen bestimmt ist. Es werden vier Phasen unterschieden: Vollmond, abnehmender Mond, Neumond und zunehmender Mond. Der Durchlauf eines Zyklus braucht 29,53 Tage. Daher haben Mondkalender Monate mit einer Länge von abwechselnd 29 und 30 Tagen um auf eine durchschnittliche Länge von 29,5 Tagen zu gelangen.

Nicht ohne Rest ist das Sonnenjahr durch die Mondmonate mit 29,5 Tagen teilbar, daher laufen die Jahreszeiten durch das Jahr. Diese Form des Mondkalenders, welcher nicht am Sonnenjahr angepasst ist, heißt ‘freier’ Mondkalender. Einen ‘freien’ Mondkalender verwendeten zB. die Römer. Noch immer berechnen sich die islamischen Festtage nach einem ‘freien’ Mondkalender. Ramadan verschiebt sich zB jährlich um 10-12 Tage.

Eine weitere Form des Mondkalenders ist der Lunisolarkalender. In diesem Verzeichnis werden neue Zeiten eingeführt, welche dazu dienen, das Mondjahr an das Sonnenjahr anzugliedern. Diese neuen Zeiten haben die gleiche Funktion wie die Schalttage im Sonnenkalender.

Da das Sonnenjahr nicht genau 365, sondern knapp 365,25 Tage dauert, wird alle 4 Jahre im Februar ein Schalttag eingefügt. Alle 100 Jahre wird der Schalttag ausgelassen, alle 400 gibt es ihn dann doch. So wird sichergestellt, dass das Kalenderjahr mit dem astronomischen Sonnenjahr harmoniert.

Um den Mondkalender mit dem Sonnenjahr abzustimmen, ist allerdings mehr Aufbietung nötig. Es wird sowohl ein Ausgleichsmonat, als auch ein Ausgleichstag benötigt, um das Mondjahr mit dem Sonnenjahr abzugleichen. Der Ausgleichsmonat füllt die Kluft zwischen den zwölf Mondphasen und dem Sonnenjahr. Der Ausgleichstag hat die gleiche Funktion wie der Schalttag im Sonnenkalender.

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