Im Verlauf der historischen Entwicklung der Wohnhäuser- und Wohnraumgestaltung nahm schließlich auch die Gestaltung des Fußbodens seine eigene Entwicklung. Mussten sich die Bewohner früherer Wohnstätten mit festgetretenem Erd- oder Lehmboden bzw. Naturstein-Platten zufrieden geben, gibt es seit etwa Zweitausend Jahren dazu jede Menge alternative Bodenbeläge, die sich bis heute kaum verändert haben.

Seit einigen Jahrhunderten ist das Verlegen von Parkett sehr beliebt, da diese aus kleinen Einzelteilen bestehende Bodenfläche – wenn sie fachmännisch gearbeitet ist – über viele Jahrzehnte einen strapazierfähigen und sehr schönen Fußbodenbelag bildet, der wegen seines Holzdekors als echte Wertsteigerung für jeden Wohnraum gilt. Holz strahlt als natürlicher Werkstoff zudem – ähnlich dem Kork – eine unnachahmliche Behaglichkeit aus, die jedem Raum Wärme und Gemütlichkeit gibt. Das Holzparkett ist seit einigen Jahren um den Werkstoff des Bambus bereichert worden, welches zu den tropischen Gräsern gehört und nach einigen Bearbeitungsgängen dem Hartholz sehr ähnlich wird. Beide Baustoffe verfügen über hervorragende Dämmeigenschaften, sowohl mit Blick auf den Trittschall, als auch mit Rücksicht auf Wärmeisolierungen auf dem Boden. Die handelsüblichen Parkettarten sind sehr vielfältig und werden verschiedenen optischen Bedürfnissen und diversen Beanspruchungen gerecht. Für die einfache Verarbeitung sind im Handel sogenannte Fertigparkett-Elemente erhältlich.

Laminat ist ein seit wenigen Jahren bekannter Baustoff, der aus mit Harz getränkten Papierbahnen besteht, der mit hohem Druck und bei sehr heißen Temperaturen gepresst wird.  Das Laminat ist sauber zu verlegen durch Klick-Mechanismus oder durch Nut- und Federfräsungen. Das Laminat ist enorm belastbar und kann verschiedene Optiken erzeugen, was dazu führt, dass Laminatböden teilweise kaum von wesentlich teureren Parkettböden zu unterscheiden sind.

Einfacher dahingegen ist der Fußbodenbelag aus PVC, der als Kunststoffläche auf dem Boden verklebt wird. Widerstandsfähig und robust für Jahre, hat er nur den Nachteil, dass eine gewisse Hochwertigkeit nicht "vorgetäuscht" werden kann und die optische Erscheinung eher zweckmäßig ist. Linoleum ähnelt dem PVC-Boden, wird aber auf Textilbasis hergestellt und enthält auf der Nutzfläche oxidiertes Leinöl oder Korkmehl, was diese sehr widerstandsfähig gegen äußere Beanspruchung werden lässt.

Der gute alte Dielenboden aus paralell verlegten Holzbrettern, die oft genagelt oder verschraubt werden, geben jedem Wohnraum den rustikalen Chique der guten alten Zeit. Der Boden hält ewig und kann stetig abgeschliffen werden, was kleinere Kratzer und Beschädigungen verschwinden lässt. Oberflächenbehandelt ist das Holz mit Ölen oder Lack.

Nicht nur in Nassbereichen kaum weg zu denken ist die Fliese aus Keramik, die auf dem Boden fest verarbeitet wird und eine extrem harte Oberfläche aufweist. Fliesen bieten die Gewähr, optimal gereinigt werden zu können und sind gerade im Zusammenhang mit einer Fußbodenheizung unübertroffen.

Ergänzend bleibt der Teppich zu nennen, der in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist, in der letzten Zeit aber mehr und mehr verschwindet, da die tiefenwirksame Reinigung nicht unproblematisch ist. Der Teppich ist aber für viele der Behaglichkeitsfaktor Nummer Eins im Wohnzimmer und wird es auch bleiben.

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