Das Bleigiessen ist neben dem Feuerwerk und der alljährlichen Neujahresansprache unseres Bundeskanzlers oder unserer Bundeskanzlerin einer der Höhepunkte des Silvester Abends, gleich hinter Fondue, Raclette oder was es sonst so zu essen gibt, und dem „Dinner for one“ und den anderen Sendungen im Fernsehen, die sich Jahr für Jahr wiederholen.
Für alle die noch nie Blei gegossen haben, hier noch einmal eine kurze Erklärung, worum es dabei eigentlich geht. Beim Bleigiessen werden ein oder zwei kleine Stücke Blei oder noch besser Zink, oder eine Legierung aus beidem auf einen Löffel gelegt, und das Metall solange über eine Kerzenflamme gehalten, bis die Metallstücke geschmolzen sind. Danach taucht man den Löffel in eine vorher bereitgestellte Schüssel mit kaltem Wasser und taucht den Löffel mit dem geschmolzenen Blei hinein. Das Metall erstarrt sofort zu mitunter bizarren Formen deren Deutung angeblich Rückschlüsse auf die Zukunft der deutenden Person zulassen. Das ist der eigentliche Sinn des Bleigiessen, darum geht es.
Es wird empfohlen den Löffel nicht zulange über die Kerzenflamme zu halten, da umher spritzendes flüssiges Metall schwerste Verbrennungen verursachen kann. Ferner muss man wissen, dass es sinnvoller ist Zink zu verwenden da der Siedepunkt, beziehungsweise der Punkt an dem heißes Zink anfängt zu schmelzen, deutlich niedriger ist, als der von Blei. Außerdem ist Blei giftig, der Löffel der für das Bleigiessen verwendet wurde ist hernach wegzuwerfen, auf keinen Fall sollte man damit noch etwas essen. Auch ist Blei auf der Haut deutlich ungesünder als Zink.