Der Begriff „Benchmarking“ lässt sich auf das Wort „Benchmark“, das eine zur Längenmessung in eine Werkbank („bench“) geschlagene Marke bezeichnet, zurückführen. Ein „Benchmark“ ist auch in anderen Bereichen zu finden: In der Topografie bezeichnet ein „Benchmark“ einen Referenzpunkt zur Höhenmessung und Orientierung, wohingegen er in der Computerwelt einen Wert bezeichnet, den ein zum Standard gehobenes Programm berechnet hat. Anhand dieses Wertes kann beispielsweise die Leistungsfähigkeit konkurrierender Computerkomponenten verglichen werden.
„Benchmarking“ kann damit allgemein als das Festlegen von Standards definiert werden, das eine Orientierung und Bewertung von (eigenen) Leistungen an zuvor fest gesetzten Referenzpunkten ermöglicht.
Historische Entwicklung des Benchmarking
Nutzt man die zuvor entwickelte allgemeine Definition von Benchmarking, lassen sich zahllose Benchmarkingvorgänge von der Urzeit bis in das zwanzigste Jahrhundert feststellen. Man kann der Definition nach beispielsweise die Anpassung urzeitlicher menschlicher Jagdpraktiken an die der Tiere ebenso als Benchmarking bezeichnen, wie die mittelalterliche Wanderschaft von Handwerksgesellen, die von Meister zu Meister zogen, um ihre Handwerkstechniken zu verfeinern und dadurch immer weiter zu perfektionieren.
Diesen Tätigkeiten fehlte ein Kriterium, das Benchmarking schließlich in den letzten fünfzig Jahren zu einem effektiven und mächtigen Werkzeug machte: die Messbarkeit.
Zuerst unternahmen die Japaner nach dem Zweiten Weltkrieg weitere maßgebliche Verbesserungen beim Benchmarking, indem sie dem Vorgehen eine feste Struktur gaben. An den Eigenschaften amerikanischer Produkte orientiert, begannen sie, ihre eigenen Produkte immer weiter zu verbessern und wurden damit zur Konkurrenz der Amerikaner. Das „produktorientierte Reverse Engineering“ bzw. die „Konkurrenzproduktanalyse“ kann man als erste Generation des Benchmarking bezeichnen.
Die nächste Generation des Benchmarking entstand in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in den USA. Die Japaner hatten es geschafft, durch intensive Verbesserungen ihrer Produkte - bspw. auf dem Qualitätssektor -, zu einer Ernst zu nehmenden Konkurrenz für die amerikanischen Unternehmen zu werden. Ehemalige Marktführer, wie z.B. das Unternehmen Xerox, stellten fest, dass ihre Herstellkosten von Laserdruckern genau so hoch waren, wie die Verkaufspreise der japanischen Mitbewerber. Xerox begann, sich mit den Herstellungsverfahren der japanischen Konkurrenz auseinanderzusetzen und wurde dadurch seinerseits wieder konkurrenzfähig (zweite Generation des Benchmarking).
Die dritte Generation der Benchmarkingentwicklung befasst sich intensiv mit der Suche und Bewertung von Prozessen, die von Unternehmen verwendet werden, die nicht der gleichen Branche angehören müssen, aber signifikante Ähnlichkeiten aufweisen und damit vergleichbar werden. Benchmarking in diesem Bereich basiert auf zwei Informationen:
- geeignete Maßen für Prozessexzellenz
- der Prozessexzellenz zu Grunde liegende Befähiger
Die auf die dritte Generation aufbauenden Benchmarkinggenerationen bieten eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten. Die Ergebnisse aus den Benchmarkingaktivitäten dienen für langfristige strategische und globale Entscheidungen und ziehen umfassende Veränderungen der Unternehmen nach sich.